Der zweite Teil der Ausstellung „975 Jahre Hardheim“ dreht sich um die Zeit von 1325 bis 1425. Ortsrundgang zu jüdischen Häusern am 22. Juni.

Fränkische Nachrichten vom 16.06.2025

Von Maren Greß

Hardheim. Die Gemeinde Hardheim besteht in diesem Jahr seit 975 Jahren. Anlässlich dieses Jubiläums veranstaltet der Museumsverein Erfatal eine Ausstellung. Jeden Monat dreht sich die Ausstellung um verschiedene Zeitepochen. Nachdem sich die erste Sequenz den Jahren 1050 bis 1325 widmete, greift der nächste Monat die Jahre 1325 bis 1425 auf. „In dieser Zeit fanden während der Pest die ersten Judenverfolgungen statt“, erklärt Jutta Biller, Vorsitzende des Museumsvereins, im Gespräch mit den Fränkischen Nachrichten. Deshalb habe man sich entschieden, das jüdische Leben in Hardheim in den Mittelpunkt dieser Ausstellungssequenz zu rücken.

Aus Billers privatem Fundus – sie ist Religionslehrerin – werden diverse jüdische Gegenstände, wie eine Tora-Rolle mit Toramantel und Tefillin (Gebetsriemen), ausgestellt. Die Tora-Rolle ist die heiligste Schrift der Juden. In einer anderen Vitrine sind ein sechsarmiger Leuchter namens Menora und ein Chanukka-Leuchter zu sehen. Die Menora ist eines der wichtigsten religiösen Symbole des Judentums. Sie erinnert an den Siebenarmigen Leuchter im Tempel von Jerusalem. Der Chanukka-Leuchter wird während des jüdischen Lichterfestes Chanukka verwendet.

Neue museumspädagogische Idee umgesetzt

Zudem werden Roll-ups mit interessanten Informationen zum jüdischen Leben in Hardheim aufgestellt. Dabei habe man eine neue museumspädagogische Idee umgesetzt: „Die Texte sind kürzer, und bestimmte Passagen werden besonders hervorgehoben“, erklärt Biller. Dieses Konzept komme bisher bei den Besuchern gut an. Man biete auch Mitmachstationen für Kinder an, sagte die Museumsvereinsvorsitzende. So können die Kinder dieses Mal eine Kippa (eine Kopfbedeckung für jüdische Männer) und den Gebetsmantel Tallit anziehen.

Im Rahmen der Ausstellung bietet der Museumsverein zwei weitere Veranstaltungen an. Ein Ortsrundgang zu Wohnhäusern ehemaliger jüdischen Mitbürger findet am 22. Juni statt. Eine neue Station des „Räder-Ritter-Raketenwegs“ wird im Rahmen des Sommerfestes am 29. Juni vorgestellt. Treffpunkt ist jeweils um 14 Uhr im Erdgeschoss der Erftalhalle (ehemals Restaurant „Famos“). Eine Anmeldung über die Homepage des Museumsvereins (www.museumsverein-erfatal.de) ist erforderlich. Die Ausstellung ist an diesen Tagen jeweils von 14 bis 17 Uhr geöffnet.