Geschichte

Der Museumsverein Erfatal wurde am 10. Februar 1976 in der Erftalhalle in Hardheim gegründet. Ziel der Initiative war es von Beginn an, das kulturelle Erbe des Erfatals zu bewahren und für kommende Generationen lebendig zu halten. Bereits kurz nach der Gründung wurde der Verein als gemeinnützig anerkannt und ins Vereinsregister eingetragen.

Der Verein verfolgt insbesondere folgende Aufgaben:

  • Förderung des Verständnisses für Geschichte, Kunst sowie Volks- und Heimatkunde des Erfatals
  • Einsatz für die Erhaltung und Pflege historisch, religiös und künstlerisch bedeutender Denkmäler
  • Unterstützung und Pflege des Hardheimer Brauchtums und der Traditionen der Ortsteile

Geschichte und Entwicklung

In den ersten Jahren lag der Schwerpunkt auf dem organisatorischen Aufbau des Vereins und der Gewinnung von Mitgliedern. Schritt für Schritt entwickelte sich daraus eine engagierte Gemeinschaft, die sich intensiv mit der regionalen Geschichte auseinandersetzt.

Das vom Verein getragene Heimat- und Landschaftsmuseum Erfatal, untergebracht in der Erftalhalle, geht auf frühere Sammlungen der Gemeinde, die im Obergeschoß des Schlosses gesammelt waren, zurück. Durch das Engagement vieler Ehrenamtlicher unter der Führung von Museumsleiter Robert Hensle konnten diese Bestände gesichert, erweitert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Bereits in den Anfangsjahren wurden ambitionierte Projekte geplant, darunter:

  • der Aufbau historischer Übersichten und Sammlungen
  • die Darstellung regionaler Bau- und Lebensformen
  • die Präsentation von Familiengeschichten und Ortsrechten

Seit seiner Gründung widmet sich der Museumsverein Erfatal neben der regionalen Geschichte auch besonderen Themen wie der „Raumfahrt“. Bereits früh entstand hier eine außergewöhnliche Verbindung: Bernhard Ott aus Hundheim, Mitglied des Vereins und zugleich in der Deutschen Forschungsanstalt für Raumfahrt tätig, regte eine Zusammenarbeit an und stellte schon 1977 die Bereitstellung einer Rakete in Aussicht.

Ende der 1970er Jahre zeigte sich, wie dynamisch sich der Verein entwickelte. Trotz des Verlustes engagierter Mitglieder wuchs das Museum kontinuierlich, sodass die Ausstellungsräume bald an ihre Grenzen stießen. Gleichzeitig wurde das Vereinsleben durch Vorträge, Bildpräsentationen und Aktionen bereichert, die sich mit Denkmalpflege, Umweltschutz sowie der heimischen Flora und Kulturlandschaft beschäftigten. Auch die Einbindung der Bevölkerung spielte eine wichtige Rolle: So wurden beispielsweise Sammelaktionen für historische Fotografien und Ansichtskarten initiiert, um die Geschichte Hardheims aus der Perspektive seiner Bewohner lebendig werden zu lassen.

In den folgenden Jahren wurden die Sammlungen systematisch erweitert und neu geordnet. Das Museum wuchs auf mehrere tausend Exponate an, während auch die Mitgliederzahl stetig zunahm. Ein bedeutender Meilenstein war die Auszeichnung des Erfatal-Museums im Jahr 1991 als „Vorbildliches Heimatmuseum“. Dies war „zweifellos ein Verdienst der gemeinsamen Arbeit von Herbert Maring, Burkard Pfeifroth und Peter Wanner, denen es mit der Unterstützung von Erich Erbacher und all den anderen ehrenamtlichen Helfern gelungen ist, ein Museum zu schaffen, das keinen Vergleich zu scheuen hat“, wie es in der damaligen offiziellen Bekanntmachung des Vereins unter Vorsitz von Peter Biller hieß. Die kontinuierliche Weiterentwicklung fand ihren Ausdruck auch in der Erweiterung der Ausstellungsflächen auf einer zweiten Ebene am 25. September 1994. 

Neben der klassischen Museumsarbeit setzte der Verein immer wieder kreative Impulse. So wurde 1996 aus Anlass des „Fast“-Jubiläums der Ersterwähnung Hardheims ein Ideenwettbewerb durchgeführt, der sich sowohl an literarische als auch gestalterische Beiträge richtete und die Geschichte der Gemeinde auf ungewöhnliche Weise in den Mittelpunkt stellte. Unter dem langjährigen Vorsitz von Peter Biller entwickelte sich ein vielfältiges Programm mit Ausstellungen, Museumsfesten, Themenveranstaltungen und Exkursionen. Leitgedanke war dabei stets, ein „lebendiges Museum“ zu sein, das Geschichte nicht nur zeigt, sondern erlebbar macht.

Auch strukturell wurde der Verein kontinuierlich weiterentwickelt. Verschiedene Arbeitskreise – der „Arbeitskreis Astronomie“ und der „Arbeitskreis Denkmalpflege und Genealogie“ – bereichern bis heute die Arbeit und erweitern das thematische Spektrum. Parallel dazu entstanden zahlreiche Publikationen und seit Ende der 1990er Jahre ist das Museum auch digital präsent.

In den darauffolgenden Jahren wurden weitere Projekte realisiert: Ausstellungsbereiche wurden modernisiert und erweitert, zusätzliche Räume erschlossen und besondere Sammlungen – wie etwa die historische Apotheke Kuhn (2005)– aufgebaut. Ein besonderes Highlight im Jahr 2012 war die Aufstellung eines neuen Raketenmodells am Hockenberg, das die langjährige Verbindung des Vereins zur Raumfahrt symbolisiert.

Das Engagement des Vereins lebt bis heute von der aktiven Mitarbeit vieler Ehrenamtlicher, die einen unverzichtbaren Beitrag zum laufenden Betrieb leisten. Gleichzeitig entstehen immer wieder neue Angebote, wie etwa der seit 2022 bestehende „Räder-Ritter-Raketen-Weg“, der insbesondere Familien einen spielerischen Zugang zur Geschichte der Region ermöglicht.

Trotz großer Herausforderungen – insbesondere durch die pandemiebedingten Einschränkungen und die derzeitige Schließung der Museumsräume aufgrund baulicher Anforderungen im Bereich des Brandschutzes – bleibt der Verein aktiv. Um in der Bevölkerung das Wissen um das Museum und das Interesse daran wach zu halten, wurden dem Verein durch Bürgermeister Grimm und die Gemeinde in dankenswerter Weise eine kleine Nische im Bürgerbüro des Rathauses sowie der ehemalige Konferenzraum in der Erftalhalle für Ausstellungszwecke zur Verfügung gestellt, um auch das kulturelle Erbe weiterhin sichtbar zu halten und das Interesse der Bevölkerung lebendig zu bewahren.

Ein lebendiges Museum

Der Museumsverein versteht sich bis heute als aktiver Kulturträger. Ziel ist es, ein „Museum zum Anfassen“ zu gestalten – einen Ort, an dem:

  • Einheimische ihre Wurzeln entdecken
  • Zugezogene die Region besser kennenlernen
  • Geschichte anschaulich und erlebbar wird

Zu den regelmäßigen Aktivitäten zählen:

  • Sonderausstellungen und Themenveranstaltungen
  • Museumsfeste und Aktionstage
  • Vorträge und Exkursionen
  • Publikationen und Dokumentationen

Meilensteine

  • 1991: Auszeichnung als „Vorbildliches Heimatmuseum“ (Hauptpreis)
  • 1994: Erweiterung der Ausstellungsflächen
  • 1998: Weitere Auszeichnung für die Museumspräsentation
  • ab 2000: Ausbau und thematische Erweiterung der Sammlungen
  • 2012: Aufstellung eines Raketenmodells als Zeichen der besonderen Verbindung zur Raumfahrtgeschichte
  • seit 2022: „Räder-Ritter-Raketen-Weg“ als familienfreundliches Erlebnisangebot

Vorsitzende

  • 1976–1977: Jürgen Hartmann
  • ab 1977: Hans-Theodor Vleugels
  • bis 1988: Graf Ballestrem
  • 1988–1994: Herbert Maring
  • 1994-2004: Peter Biller
  • 2004-2013: Torsten Englert
  • 2013–2022: Ortrud Biller
  • seit 2022: Jutta Biller und Brigitte Scheuermann

Ehrenmitglieder

  • Herbert Maring (Ehrenvorsitzender)
  • Wolfgang Graf Ballestrem
  • Robert Lutz
  • Helmut Remler
  • Josef Bundschuh
  • Erich Erbacher
  • Hildegard Hauck
  • Otmar Hauck
  • Walter Bechtold
  • Arnulf Bernhard
  • Hans Sieber
  • Helmut Walz
  • Hans-Theodor Vleugels
  • Helmut Berberich
  • Peter Biller
  • Ortrud Biller

Vorstand

VorsitzendeJutta Biller und Brigitte Scheuermann
SchatzmeisterinDr. Petra Sitterberg
BeisitzerIngrid Eirich-Schaab und Helga Maring-Fischer
KassenprüferHelmut Walz und Franz Nachtnebel
Sprecher der ArbeitskreiseManfred Böhrer (Astronomie)
Helmut Berberich (Denkmalpflege-Genealogie)
Bernd Popp (Museum)
Vertreter des GemeinderatsGerald Hauck
Kraft Amtes gehört BürgermeisterStefan Grimm dem Vorstand an