„Unsere Orgel feiert Karneval"

Hier steht ihr vor der katholischen St. Alban Kirche in Hardheim, die so groß ist, dass sie von den Hardheimern auch gerne als „Erftaldom“ bezeichnet wird. Sie verbirgt viele interessante Geschichten und Schätze. Eine davon wollen wir dir heute zeigen: die große Orgel auf der Empore.

Wahrscheinlich denkt ihr jetzt: „Warum gerade die Orgel? Fast jede Kirche hat doch eine Orgel, was soll denn daran so besonders sein?“

Ihr müsst wissen, dass in Hardheim schon sehr lange Orgeln gebaut werden. Zeitweise gab es bis zu drei Orgelbaufirmen gleichzeitig in Hardheim, von denen es heute in Hardheim noch eine, die Orgelmanufactur Vleugels, gibt. Die heutige große Orgel besteht aus Instrumententeilen der Vorgängerorgel von 1894, 1967 sowie neueren Teilen von 2001. Sie hat über 3.000 Orgelpfeifen und ist damit eine der größten Instrumente zwischen Frankfurt, Heidelberg und Würzburg. Man kann auf ihr sogar eine Nachtigall und ein Donnergrollen erklingen lassen.

Das könnt ihr nicht glauben? Ihr wollt diese Pfeifen mal sehen? Na, dann meldet euch beim Pfarrbüro für eine Orgelführung an! Die gibt es sogar speziell für Kinder.

Weil unsere Orgel etwas Besonderes ist und Fans über die Grenzen von Hardheim hinaus hat, finden drei bis vier Mal im Jahr Orgelkonzerte mit ganz unterschiedlichen Musikrichtungen statt, die der „Freundeskreis Erftaldomorgel“ organisiert. Bei solch einem Konzert wurde auch mal ein Karneval der Tiere veranstaltet.1

Folgendes hat sich dabei zugetragen:2

„Niemand hätte die beschwerliche Reise und den ungewohnten Kostümzwang auf sich genommen, wenn es sich nicht um ein kulturelles Ereignis von erregender Einmaligkeit handelte: den Karneval der Tiere.

Eine nicht mehr ganz junge Waldameise tippt dem vor ihr sitzenden Erdferkel auf die Schulter: „Entschuldigen Sie, ich kann nichts sehen, wenn Sie den Hut aufbehalten.“ Mürrisch nimmt das Erdferkel den Kopfputz ab – ein sperriges Flechtwerk aus Spargelkraut und Hühnerfedern. Die Ameise bedankt sich und lässt den Blick (…) schweifen.“3 Unzählige Tiere in den unglaublichsten Kostümen sind gekommen, um dem Ereignis beizuwohnen. „Ich glaube, ich höre etwas“, sagt eine Taube kaum hörbar in die Unruhe hinein. Und tatsächlich oben auf der Empore füllt sich der Blasebalg der Orgel bis zum Anschlag und die beiden Organisten greifen in die Tasten. Mit einem Mal ist das Publikum verstummt.

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